Von der Schönheit des Fußballs: 20 Jahre „Blücherparkfußball“

Pänz

Seit fast 20 Jahren bietet Martin Öchsner Fußballtraining für Kinder- und Jugendliche im Blücherpark an. Gespielt wird auf einem öffentlichen Ascheplatz. Anders als im klassischen Verein steht bei dem gebürtigen Würzburger nicht der traditionelle Wettkampfgedanke im Vordergrund: „Ich möchte meine Spieler dabei unterstützen, das Beste aus ihren Möglichkeiten zu machen, Fußball als Mannschaftsspiel zu begreifen und möglichst viel über das Spiel und dessen Schönheit zu lernen“, lautet die Trainings-Philosophie des 47-jährigen.

Die rund 110 Spieler und Spielerinnen, verteilt auf acht Trainingsgruppen, sind zwischen 4 und 19 Jahren alt. Mitmachen kann jeder, der die Grundlagen des Zusammenarbeitens in einer Gruppe einhält – auch das unterschiedet den Blücherparkfußball von vielen Vereinen. Studiert hat Öchsner Soziale Arbeit, begann aber schon während des Studiums als Fußballtrainer zu jobben. Neben seiner Trainer-Tätigkeit arbeitet er auch als Schulbegleiter und absolviert gerade eine Ausbildung zum „Trainer für soziales Lernen“. Wichtig sind ihm „Kindgerechtes Fußballtraining“ und die Entwicklung eines „vernünftigen Leistungsverständnisses“: „Wenn ein Kind sich sehr über den Wettkampfgedanken definiert, ist es bei mir falsch“, warnt Öchsner. „Dann wäre ein klassischer Verein die bessere Wahl.“

Social Skills sind Trainer Martin Öchsner mindestens genau so wichtig, wie fußballerische Leistung. (Foto: Öchsner)

Fordernd ist das Fußball-Training im Blücherpark dennoch. „Ich habe nichts gegen Leistung, ich definiere es nur anders“, beschreibt Öchsner sein Trainingskonzept. Neben der Vermittlung von Grundtechniken des Fußballspiels und dem Ausprobieren und Bewerten verschiedener Strategien, liegen dem Trainier besonders die „Social Skills“ am Herzen: Zum Beispiel der rücksichtsvolle Umgang miteinander, der Umgang mit Frustration und Aggression und die gemeinsame Entwicklung von Lösungsstrategien für verschiedenste Aufgabenstellungen.  Dabei geht es ihm darum, den unterschiedlichen Fähigkeiten eines jeden Spielers gerecht zu werden und die Kinder und Jugendlichen durch Erfolgserlebnisse zu stärken. Gespielt wird oft in kleinen Gruppen. Dies soll allen eine möglichst hohe Zahl an Ballkontakten und Aktionen gewährleisten. Jeder Spieler soll darüber hinaus mal die Rolle des Spielleiters oder Teamkapitäns übernehmen, um das Spiel aus anderer Perspektive als der üblichen Position zu erleben und den Blickwinkel zu weiten. „Die Spielregeln als veränderbar zu erleben ist ein weiterer wichtiger Punkt“, erklärt Öchsner. „Sie werden dem Spielstand angepasst, in dem Sinne, dass der gerade überlegenen Mannschaft zusätzliche Aufgabenstellungen mitgegeben werden bzw. Es der unterlegenen Mannschaft erleichtert wird, Tore zu schießen. Es steht also nicht im Vordergrund den Gegner möglichst hoch zu besiegen, sondern ein für alle attraktives und forderndes Spielerlebnis zu schaffen.“

 

Momentan findet wegen der Corona-Beschränkungen kein Training statt.  Um mit den Pänz trotzdem in Kontakt zu bleiben, bietet er Online-Sprechstunden über Zoom an, in denen er den Kindern auf Wunsch Trainingsübungen für Zuhause zeigt. Zudem veröffentlicht er auf seiner Website „Bluecherparkfußball.de“ wöchentlich eine „Kabinenpredigt“, in der er über aktuelle fußball- und trainingsrelevante Themen informiert.

Wer Interesse an einem Probe-Training hat – sobald es die Corona-Regeln wieder erlauben – kann sich per Mail an Martin Öchsner wenden. Aufgenommen wird jeder, dem das Training Spaß macht. Einzige Bedingung, so Öchsner: das Einhalten der allgemeinen Regeln.

Kosten pro Monat und Kind: 25 Euro.

 

www.bluecherparkfussball.de