Alt: Bei Margherita Lafata gibt's schöne Fingernägel und gute Gespräche. (Foto: Brand)

Matus Nail Design: „Hände sind unsere Visitenkarte“

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Glitzer, Glamour, Gott und die Welt

Im Salon von Nageldesignerin Margherita Lafata bekommt man nicht nur schöne Nägel, sondern für die Dauer der Behandlung eine echte Auszeit vom hektischen Alltag mit Kaffee und Gesprächen „über Gott und die Welt“. Und manchmal sogar einen Ratschlag fürs Leben. Neben Nagelpflege- und modellage bietet die gebürtige Italienerin mit 20 Jahren Erfahrung auch entspannende Rücken- sowie Fußreflexzonenmassge an. Trotz Corona-Krise bewahrt sie sich den Blick für das Positive im Leben – auch wenn sie nicht verstehen kann, warum Friseure systemrelevant sein sollen, und Nagelstudios nicht. Denn schöne, gemachte Nägel sind nicht nur was fürs Auge, sondern haben sogar schon die ein oder andere Nägelkauerin von ihrem Laster befreit.

Das Gefühl sich etwas Gutes getan zu haben

„Künstliche Nägel sind nicht so leicht zu kauen, wie normale Nägel, weil sie etwas härter sind“, weiß Margherita. „Ich habe mir von einigen Nägelkauerinnen sagen lassen, dass sie auch deswegen aufgehört haben, weil die Nägel so gut aussahen, dass sie sie einfach nicht kaputt machen wollten.“ Irgendwann war der Drang zum Nägelkauen dann ganz weg. Auch wenn Frauen durch einen Unfall ein verformtes Nagelbett haben, kann eine Nagelmodellage mit Gel den gefühlten Makel ausgleichen. „Ich habe Frauen erlebt, die sich durch künstliche Fingernägel richtig gewandelt haben, ein bessere Selbstwertgefühl bekamen“, erzählt sie. Dabei geht es sicher nicht nur um den optischen Effekt, sondern das Gefühl, sich selbst etwas Gutes getan, etwas gegönnt zu haben. „Es macht sehr viel für uns“, davon ist sie überzeugt. Wobei der optische Aspekt jedoch auch nicht zu vernachlässigen ist: „Es macht einen Unterschied, wenn man sich ein schönes Kleid anzieht, eine tolle Frisur macht, und dann auch die Hände vorzeigen kann!“ 

Ob klasssische French Nails oder bunte Fingernagel-Kunstwerke, Nagelmodellage oder-verstärkung – die Nägel sehen nach einem Besuch bei Margherita garantiert besser aus, als vorher. Ein echter Hingucker! (Foto: Matus Naildesign)

Hände sind unsere Visitenkarte

Für Frauen, die es natürlich mögen und keine Probleme mit brüchigen Fingernägeln haben, ist hingegen die Maniküre die richtige Wahl. Im Alltag werden die Hände oft stark beansprucht – sei es durch trockene Heizungsluft im Winter oder Spül- und Putzmittel, die die Nägel schädigen können. Um den strapazierten Händen was Gutes zu tun, ist Margheritas „Verwöhnmaniküre“ genau das Richtige: Dabei werden die Hände erst einmal ordentlich gepeelt, anschließend mit einer Cremepackung gepflegt, gefolgt von einer schönen Massage, die die Durchblutung anregt. Das fördert natürlich auch das Wachstum der Nägel. „Hände sind wie eine Visitenkarte“, sagt Margherita.

„Ich könnte ein Buch schreiben über die Erlebnisse im Nagelstudio“

Wer zu Matus Nail Design geht, bekommt jedoch mehr als nur schöne Nägel. Die 64-jährige hat nicht nur ein gutes Auge für schöne Fingernägel sondern auch stets ein offenes Ohr für Sorgen und Nöte ihre Kundinnen. „Ich könnte ein Buch schreiben über die Erlebnisse hier im Nagelstudio“, erzählt sie. „Während der Behandlung fangen die Kunden plötzlich an mir ihre Geschichten zu erzählen“, sagt Margherita und strahlt. Das Vertrauen, das die Kundinnen ihr entgegenbringen, bedeutet Margherita viel. „Eine junge Frau erzählte mir während der Behandlung von ihrer unglücklichen Beziehung. Ein paar Wochen später kam sie mit einem Blumenstrauße zurück und bedankte sich, weil ich ihr mit meinem Rat geholfen hatte“, erzählt sie. Der Grund, warum die Kundinnen so gerne zu ihr kommen, liegt wohl auch in Margheritas unerschütterlichen Optimismus. „Ich bin innerlich zufrieden, habe meine Mitte gefunden“, sagt sie.

Seit rund 20 Jahren arbeitet Margherita als Nageldesignerin. Mit dem eigenen Laden hat sich sich vor einigen Jahren einen Traum erfüllt. (Foto: Matus Naildesign)

„Der erste Lockdown war für mich eine Katastrophe“

Sogar in der schwierigen Corona-Krise versucht sie das Positive zu sehen. Schon vor dem Lockdown sagten viele Kunden aus Angst vor der Pandemie ihre Termine ab. Die seitdem entstandenen finanziellen Einbußen konnte sie erst im Oktober ausgleichen. Immerhin. Nun hat der zweite Lockdown die Türen ihres Nagelsalons erneut geschlossen. „Der erste Lockdown war für mich eine Katastrophe“, berichtet sie. „Jetzt nehme ich es gelassener.“ Obwohl die wirtschaftliche Lage schwierig ist und Margherita ihre Arbeit und vor allem ihre Stammkunden vermisst, freut sie sich auch über die „geschenkte Zeit“. Die nutzt sie zum Beispiel zum Backen und Stricken oder um lange Spaziergänge durchs Viertel zu machen. Hier ist sie aufgewachsen, seit sie mit sieben Jahren aus der Nähe von Neapel mit ihrer Familie nach Köln zog. Zu ihrer Überraschung entdeckt sie bei ihren Spaziergängen tatsächlich noch Ecken, die sie im Veedel bisher noch nicht kannte. „So viele kleine Sträßchen und schöne Hinterhöfe gibt es hier, die ich noch nicht kannte“, schwärmt sie.

Nicht nur der Behandlungstisch, sondern auch die Liege für Pediküre-Behandlungen und Fußmassage muss aktuell leer bleiben. (Foto: Brand)

Alle Hygienmaßnahmen erfüllt – trotzdem müssen Nagelstudios schließen

Warum Friseure systemrelevant sein sollen, Nagelstudios jedoch nicht, kann sie trotz allem Verständnis für die meisten Corona-Maßnahmen nicht nachvollziehen. Vor allem, da sie alle erdenklichen Hygienemaßnahmen erfüllt. „Auch schon vor Corona habe ich nach jeder Behandlung gelüftet und immer alles desinfiziert“, sagt sie. Zusätzlich hat sie sich im Frühjahr noch einen Spuckschutz für den Behandlungstisch angeschafft. Anfang November hat sie über ihren Steuerberater Überbrückungsgeld beantragt. Noch immer wartet sie auf den Bescheid. Beim Überbrückungsgeld bekommt sie anders als bei den Soforthilfen vom Frühjahr neben 75 Prozent der laufenden Betriebskosten auch einen Unternehmerlohn ausgezahlt. Damit könne sie überleben, sagt sie. In weiser Voraussicht hat der Steuerberater das Überbrückungsgeld auch schon für den Dezember beantragt.

In dem hellen und freundlichen Salon an der Ecke Venloer Str./Senefelder Straße wird immer nur eine Kundin behandelt. (Foto: Matus Naildesign)

„Man darf sich nicht unterkriegen lassen“

„Ich habe keine Angst vor der Zukunft“, sagt sie. „Solange ich zwei Arme und zwei Hände zum Arbeiten habe, werde ich über die Runden kommen“, so die 64-jährige. Auch wenn das möglicherweise bedeuten würde, einen Nebenjob anzunehmen, um den Laden vorest über Wasser zu halten. „Man muss im Leben immer versuchen positiv zu bleiben und darf sich nicht unterkriegen lassen“, davon ist sie überzeugt. „Nur durch positives Denken kann man auch in schwierigen Situationen überleben. Und wenn man nichts Positives findet, dann muss man muss man sich die positiven Dinge im Leben eben selbst schaffen!“ Und das können durchaus ein paar schön gemachte Fingernägel sein.

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Matus Naildesign

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