Westfriedhof: Trauerhalle wird für 680.000 Euro saniert

Stadtbezirk Ehrenfeld

Die Arbeiten an der 1937 erbauten Trauerhalle starten schon in dieser Woche.  Zunächst sollen laut Presseamt der Stadt Köln das Dach und die Fassade erneuert werden, im April dann die Arbeiten an den Anbauten und Säulengängen der Halle beginnen. Die 247 Quadratmeter große Trauerhalle mit 72 Sitzplätzen bleibe jedoch während der gesamten Sanierungszeit nutzbar, da die Arbeiten lediglich die Außenflächen betreffen. Die Stadt rechnet mit Sanierungskosten von rund 680.000 Euro.

Neben einer neuen Dacheindeckung mit so genannten „Biberschwanz-Tonziegeln“ soll auch das Walmdach neue umlaufende Kanten erhalten, vermeldet die Stadt. Die Bitumeneindeckung der Flachdächer werde erneuert und in Abstimmung mit dem Denkmalschutz mit einer Attika-Abdeckung aus speziellen Ziegeln (Mönch- und Nonne-Ziegeln) versehen. Außerdem sollen bei allen Dächern die Dachentwässerung und der Blitzschutz erneuert sowie ein neues Seilsicherungssystem für die Dachflächen installiert werden. Die Sanierung der Außenfassade soll eine intensive Reinigung aller Flächen umfassen, sowie eine fachgerechte Ausbesserung schadhafter Stellen am Putz und einen neuen Anstrich. Auch die Sandsteinverkleidungen der vorgelagerten Säulengänge sollen gereinigt und ausgebessert werden. Abschließend ist die Instandsetzung der vorhandenen Fenster und ein Neuanstrich der Rahmen vorgesehen.

Der rund 52 Hektar große Westfriedhof an der Venloer Straße (Vogelsang, Stadtbezirk Ehrenfeld) wurde im Oktober 1917 eingeweiht, nachdem der Bedarf an Begräbnisräumen durch die Eingemeindungen im Kölner Westen im Jahr 1888 enorm gewachsen war. Er war nach dem Nord- und dem Südfriedhof der dritte sogenannte Entlastungsfriedhof. Die bisherigen Friedhofe – unter anderem der Melaltenfriefhof – boten nicht mehr genug Platz. 1912 begannen die Planungen durch Johannes Ibach und Karl Wach. Beim vier Jahre dauernden Bau der Begräbnisstätte wurden auch 200 russische Kriegsgefangene eingesetzt. Seit 1937 befindet sich auf dem Gelände des Friedhofs auch das ursprünglich städtische, mittlerweile privatisierte erste Kölner Krematorium. Fast 46 000 Menschen haben auf dem Westfriedhof ihre letzte Ruhestätte gefunden. Darunter auch zahlreiche Muslime und Roma, deren Grabstätten in eigenen Abschnitten liegen.

Der Abguss einer Skultpur des vom Kubismus geprägten weissrusssich-stämmigen Bildhauers Ossip Zadkine aus dem Jahr 1943 befindet sich vor dem Gräberfeld der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Bronzeskulptur mit dem dem Titel „Die Gefangenen“ erinnert an die Leiden der französischen Bevölkerung unter deutscher Besatzung.